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Thomas Geve: „Es gibt hier keine Kinder“ (Köln)

Dienstag, 6. Mai 2014, 1725h Einen Kommentar schreiben Kommentare

Das NS-Dokumentationszentrum Köln (NSDOK) zeigt vom 9. Mai bis 3. August 2014 die Sonderausstellung „Es gibt hier keine Kinder“ – Auschwitz, Groß-Rosen, Buchenwald. Nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald zeichnete der damals 15jährige Thomas Geve von April bis Juni 1945 seine Erinnerungen an das Leben im Konzentrationslager. Die Nähe zum Tod, das beständige Ausgeliefertsein gegenüber den Bewachern sind zentral in den dokumentarischen Zeichnungen; gleichsam sind sie ein Zeugnis des Überlebenswillens eines Jugendlichen. Im NSDOK sind 75 seiner Zeichnungen zu sehen, die sich seit 1985 im Bestand der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem befinden.

1943 wurde der damals 13jährige Thomas Geve zusammen mit seiner Mutter aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach Auschwitz deportiert. Der Vater konnte kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach London emigrieren, doch misslang der Versuch, die Familie nachzuholen. Die Mutter starb in Auschwitz, Thomas Geve überlebte: In der dortigen Maurerschule wurde er auf einen späteren Einsatz in Arbeitskommandos vorbereitet. Im Januar 1945 wurde er nach Groß-Rosen und später nach Buchenwald transportiert, wo er im April 1945 befreit wurde. Die unmittelbar danach angefertigten Zeichnungen waren als Lebenserinnerungen für seine Eltern gedacht.

Thomas Geve lebt heute in Haifa, Israel. Seit seiner Pensionierung spricht er vor Schulklassen über seine Erlebnisse. Zur Eröffnung der vom NSDOK in Zusammenarbeit mit Dr. Jörn Wendland, Markus Thulin und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora organisierten Ausstellung wird Thomas Geve anwesend sein.

Das NSDOK ist die größte lokale Gedenkstätte in Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus und versteht sich auch als Lern- und Forschungsort. Seit 1988 hat es seinen Sitz im EL-DE-Haus. Dessen Name verweist auf den Bauherrn Leopold Dahmen, der das Gebäude nach einer Beschlagnahmung durch die Gestapo an diese vermietete. Von Dezember 1935 bis März 1945 diente es der Gestapo als Kölner Hauptquartier. Seit 1981 ist das ehemalige Gestapogefängnis eine Gedenkstätte.

„Es gibt hier keine Kinder“ – Auschwitz, Groß-Rosen, Buchenwald
Zeichnungen des Holocaust-Überlebenden Thomas Geve
9. Mai bis 3. August 2014
Di-Fr 1000-1800h, Sa/So 1100-1800h, 1. Do im Monat 1000-2200h
Eintritt 4,50 € (ermäßigt 2,00 €), freier Eintritt u.a. für Schüler

NS-Dokumentationszentrum Köln
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln

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