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Vortrag „‚Ein Kunstwerk, wie es Männern Freude macht‘ – 100 Jahre Krieg im Spiegel der Kunst“ (Berlin)

Dienstag, 7. Oktober 2014, 1034h Einen Kommentar schreiben Kommentare

Am 13. Oktober 2013 hält Martin Bayer im Käthe-Kollwitz-Museum Berlin seinen Vortrag „‚Ein Kunstwerk, wie es Männern Freude macht‘ – 100 Jahre Krieg im Spiegel der Kunst“. Als Teil des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „Mahnung und Verlockung – Die Kriegsbildwelten von Käthe Kollwitz und Kata Legrady“ wird auch hier der Bogen von der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg bis zu zeitgenössichen Ansätzen geschlagen.

„Erzählt von Langemarck, von Ypern, von Verdun, von Reims, von Cambrai, von Flandern und von der Somme, das macht das Blut warm, solange man noch im Trockenen sitzt. Und lasst das Bild der großen Schlacht aus dem Rauch aufschießen wie eine blutrote Orchidee, mit goldenen Feuerstreifen geflammt. Das ist ein Kunstwerk, wie es Männern Freude macht.“

So zumindest schrieb Ernst Jünger 1925 in „Feuer und Blut“. Der Vortrag „Ein Kunstwerk, wie es Männern Freude macht“ am Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin handelt hingegen eher von der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Menschheitsthema Krieg. Das Thema ist ein weites, somit ist eine Schwerpunktsetzung vonnöten. Wie auch die aktuelle Sonderausstellung „Mahnung und Verlockung – Die Kriegsbildwelten von Käthe Kollwitz und Kata Legrady“ werden der Erste Weltkrieg einerseits und die zeitgenössische Behandlung des Krieges in der Kunst andererseits im Zentrum stehen.

Bei der Aufarbeitung des ersten „Weltenbrandes“ gibt es viele Positionen zu entdecken, abseits der oft gesehenen Arbeiten von Otto Dix, George Grosz, Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz: Willibald Krains phänomenale Mappe „Krieg – 7 Blätter allen Völkern gewidmet“ ebenso wie die Werke von Otto Fischer-Trachau und Fritz Steisslinger, oder auch Willy Jaeckels Serie „Memento 1914/15“. Viele Künstler erlebten den Ersten Weltkrieg unmittelbar als Soldaten, nicht wenige wurden getötet. Die nicht seltene Begeisterung über die „reinigende Kraft“ des Krieges wich schnell dem tiefen Schrecken über die allumfassende Zerstörungsgewalt.

Wie gehen jedoch zeitgenössische Künstler mit dem „Chamäleon Krieg“ um, der sich nach dem weiterhin gültigen Diktum des oft zitierten und fast ebenso häufig missinterpretierten Generals Carl von Clausewitz immer an die jeweiligen Gegebenheiten anpasst? Lässt sich Krieg in den Zeiten nuklearer Vernichtungsoptionen überhaupt darstellen? Wie verändert sich das Bild des Soldaten, des Kampfes, des Krieges, bedenkt man die global agierenden Medien, den Einsatz von Drohnen und Satelliten als militärische Faktoren und nicht zuletzt die Abwesenheit klarer Fronten in den meisten der aktuellen Konflikte?

„Ein Kunstwerk, wie es Männern Freude macht“ – 100 Jahre Krieg im Spiegel der Kunst
Vortrag von Martin Bayer
Moderation: Pay Matthis Karstens
Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Mahnung und Verlockung – Die Kriegsbildwelten von Käthe Kollwitz und Kata Legrady“ (30.6.-9.11.2014)
Montag, 13. Oktober 2014, 1900h
Eintritt: 10€ inkl. Ausstellungsbesuch

Käthe-Kollwitz-Museum
Fasanenstr. 24
10719 Berlin

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