{"id":1098,"date":"2012-06-01T13:39:23","date_gmt":"2012-06-01T11:39:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=1098"},"modified":"2012-06-01T13:43:41","modified_gmt":"2012-06-01T11:43:41","slug":"jan-bejsovec-guerra-und-andere-arbeiten-bei-formate150-artraum-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=1098","title":{"rendered":"Jan Bej\u0161ovec: &#8222;Guerra&#8220; (und andere Arbeiten) bei FORMAT\u20ac150, Artraum Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Wer kann schon etwas gegen Frieden haben? &#8222;Pace&#8220; oder &#8222;Peace&#8220; prangt auf vielen kunterbunten Flaggen. Da kann man sich gleich mit einkuscheln, so wohlig ist das Gef\u00fchl, etwas zum Weltfrieden beigetragen zu haben. Herrlich! Doch hin und wieder kommt so ein K\u00fcnstler daher und zerst\u00f6rt die Seligkeit. In diesem Fall ist es der Textilk\u00fcnstler <strong><a title=\"Konfliktstoff (Jan Bejsovec)\" href=\"http:\/\/www.konfliktstoff.org\">Jan Bej\u0161ovec<\/a><\/strong>, der jene Friedensflagge leicht ver\u00e4ndert und damit den Betrachter verst\u00f6rt. Sein neues Werk <strong>&#8222;Guerra&#8220;<\/strong> h\u00e4ngt in der Ausstellung\u00a0<strong><a title=\"FORMAT\u20ac150\" href=\"http:\/\/www.jodd.de\/page.php?id=1&amp;gal_id=33&amp;usrid=1&amp;picid=0\" target=\"_blank\">FORMAT\u20ac150<\/a><\/strong> (siehe auch <a title=\"FORMAT\u20ac150 (Wartist)\" href=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=1093\">diese Ank\u00fcndigung<\/a>) und ist dort bis 17. Juni 2012 zu sehen, zusammen mit weiteren neuen Arbeiten von ihm und 22 weiteren K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern, alle im Format 18 x 24 cm und f\u00fcr jeweils 150,- \u20ac.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<!--more--><\/p>\n<p>Die Arbeit <strong>&#8222;erheit_ter_mich&#8220;<\/strong> besteht aus miteinander verwobenen Uniform-Stoffstreifen. Zusammengesetzt ergibt sich der Schriftzug &#8222;Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit&#8220; (MfS; auch dieser nat\u00fcrlich ein textiles Artefakt). Wie in der Arbeit war auch einst das MfS in der Gesellschaft der DDR allgegenw\u00e4rtig &#8211; doch als monolithischer Block oder als amorphe Masse? Hier ist die Schrift zerst\u00fcckelt, die Bedrohung zahnlos geworden. Klingt &#8222;Stasi&#8220; nicht eigentlich eher niedlich?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ngg_shortcode_1_placeholder<\/p>\n<p>Im Werk <strong>&#8222;Kalter Krieg&#8220;<\/strong> stehen sich die Kokarde der Bundeswehr und das Staatswappen der DDR gegen\u00fcber, nah und gleichsam voneinander isoliert. Die eingearbeiteten Metallteile blitzen kalt auf der geradezu digital erscheinenden Rasteroberfl\u00e4che. Im realen Kalten Krieg waren beide Staaten eben auch Figuren auf einem globalen Politikfeld. Die Kraft der Symbolik blieb erhalten.<\/p>\n<p>Die drei anderen Arbeiten wenden sich dem Menschen hinter dieser Symbolik zu: Der <strong>&#8222;Mann mit wei\u00dfem Halstuch&#8220;<\/strong> ist auf einen Tarnstoff gestickt, gleichsam verborgen und doch herausgehoben, zugleich Teil der Masse und ein Individuum. Im hintergr\u00fcndigen <strong>&#8222;Durchbruch&#8220;<\/strong> ist es ein Mensch, der zerschnitten wird, auch wenn er auf dem ersten Blick heil erscheint. Keine Trennung von Br\u00fcdern und Schwestern, sondern die Zerrissenheit des Einzelnen im Jetzt.<\/p>\n<p>Zuletzt das <strong>&#8222;Netz&#8220;<\/strong>: es gibt ja noch andere Dinge au\u00dfer Politik, Krieg und Milit\u00e4r &#8211; Fu\u00dfball zum Beispiel. Hechtet hier nicht ein Torwart einem Ball hinterher? Aber ist nicht Fu\u00dfball auch oft genug Krieg? Dieser ist im Clausewitz&#8217;schen Sinne eine &#8222;Duellsituation&#8220; nach einem Regelwerk, mit dem Ziel, &#8222;dem Gegner seinen Willen aufzuzwingen&#8220;. Ist der abgebildete Mensch also nicht doch vielmehr gefangen in einem Netz, auch er zerschnitten und doch wieder neu zusammengef\u00fcgt, im Versuch, in der Welt zu bestehen und allen Anforderungen gerecht zu werden?<\/p>\n<p><strong><a title=\"FORMAT\u20ac150\" href=\"http:\/\/www.jodd.de\/page.php?id=1&amp;gal_id=33&amp;usrid=1&amp;picid=0\" target=\"_blank\">FORMAT\u20ac150<\/a><\/strong><br \/>\n2.-17. Juni 2012<br \/>\nFr\/Sa\/So 1100-1700h und nach Vereinbarung unter Tel. 0177-750 1687<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Vernissage:<\/span> 1. Juni 2012 1830h<\/p>\n<p><a title=\"ARTraum Berlin\" href=\"http:\/\/www.jodd.de\/page.php?id=1&amp;gal_id=33&amp;usrid=1\" target=\"_blank\"><strong>ARTraum Berlin<\/strong><\/a><br \/>\nWisbyer Str. 11<br \/>\n10439 Berlin<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kann schon etwas gegen Frieden haben? &#8222;Pace&#8220; oder &#8222;Peace&#8220; prangt auf vielen kunterbunten Flaggen. Da kann man sich gleich mit einkuscheln, so wohlig ist das Gef\u00fchl, etwas zum Weltfrieden beigetragen zu haben. Herrlich! Doch hin und wieder kommt so ein K\u00fcnstler daher und zerst\u00f6rt die Seligkeit. 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