{"id":2154,"date":"2019-10-05T17:43:31","date_gmt":"2019-10-05T15:43:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=2154"},"modified":"2019-10-19T11:02:16","modified_gmt":"2019-10-19T09:02:16","slug":"stefan-boness-flander-fields","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=2154","title":{"rendered":"Stefan Boness: Flander Fields"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"879\" height=\"700\" src=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-343.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2155\" srcset=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-343.jpg 879w, https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-343-150x119.jpg 150w, https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-343-300x239.jpg 300w, https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-343-768x612.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der preisgekr\u00f6nte Fotograf <strong><a href=\"http:\/\/www.iponphoto.com\">Stefan Boness<\/a><\/strong> setzte sich in seiner langj\u00e4hrigen Serie <em><a href=\"http:\/\/www.iponphoto.com\/en\/article\/43.flanders-fields.html\"><strong>\u201eFlanders Fields\u201c<\/strong><\/a><\/em> mit den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Flandern auseinander. Der Titel verweist auf das insbesondere in der englischsprachigen Welt bekannte Gedicht &#8222;In Flanders Fields&#8220; des kanadischen Offiziers John McCrae, sowie auf die konzeptionelle Eingrenzung auf die einstigen Schlachtfelder Belgiens. Von 2005 bis heute kehrte Boness immer wieder und bewusst zu unterschiedlichen Jahreszeiten zur\u00fcck, zusammen f\u00fcr mehr als ein dreiviertel Jahr: \u201eManche Themen sind fl\u00fcchtig, andere bleiben. Das ist eben ein Thema, von dem kommt man nicht los.\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als Jugendlicher besuchte Boness Flandern und war von der allgegenw\u00e4rtigen Erinnerung an den Ersten Weltkrieg fasziniert. Seine Gro\u00dfmutter zeigte ihm einst ein Eisernes Kreuz, aufbewahrt in einem N\u00e4hk\u00e4stchen \u2013 doch die Geschichte jenes Soldaten ist verblichen. Die Erinnerungen an den Krieg unterscheiden sich in der Tat von Land zu Land. Boness wollte sich dem l\u00e4ngst vergangenen Krieg und den Erinnerungen daran \u00fcber die Landschaften n\u00e4hern: \u201eViele Wunden sind zu sehen, aber die Natur hat sich auch regeneriert.\u201c Der K\u00fcnstler sah keine Notwendigkeit, andere ehemalige Schlachtfelder aufzusuchen; die Serie funktioniert mit der Reduktion auf ein \u2013 immer noch riesiges \u2013 Gebiet, in dem die Erinnerung an den Krieg allgegenw\u00e4rtig ist. <em>\u201eFlanders Fields\u201c<\/em> steht f\u00fcr die Narben, die der Erste Weltkrieg in den Landschaften hinterlassen hat, und ebenso f\u00fcr die generelle Erinnerung und den Umgang mit Krieg, abseits von menschlich-kurzen Lebenszyklen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"875\" height=\"700\" src=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-337.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2156\" srcset=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-337.jpg 875w, https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-337-150x120.jpg 150w, https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-337-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.wartist.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/boness-337-768x614.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im dokumentarischen Stil fotografierte er nachhaltig deformierte Landschaften und Relikte wie Bunker und Grabensysteme \u2013 teils verfallen, teils bewusst erhalten \u2013, genauso wie Denkm\u00e4ler, Friedh\u00f6fe und andere Bestandteile der Erinnerungskulturen. An seinem Stil zeigt sich die Pr\u00e4gung durch die konzeptionelle Fotografie in Gro\u00dfbritannien. \u201eJedes Thema braucht ihren eigenen Zugang, den eigenen Stil.\u201c <em>\u201eFlanders Fields\u201c<\/em> wurde mit einer analogen Mittelformat-Kamera fotografiert. Viele der Fotografien sind auch schlichtweg sch\u00f6ne Landschaftsaufnahmen, wie die eines kleinen Sees in einer Waldeslichtung. Doch das geschultere Auge bemerkt sofort die allzu gro\u00dfe Regelm\u00e4\u00dfigkeit des kreisrunden Teichs: Das Waldidyll basiert auf einem gro\u00dfen Granattrichter. Das Pittoreske steht somit in starkem Kontrast zu den Geschehnissen vor einhundert Jahren. Der Kontext \u00e4ndert die Wahrnehmung anderer Aufnahmen: Traktorenspuren im schlammigen Grund rufen Bilder der ersten Panzer ins Ged\u00e4chtnis, oder auch schwerer Zugmaschinen, die Gesch\u00fctze zu ihren Positionen bringen; das abgeerntete Feld im Nebel erinnert an zerschossene W\u00e4lder \u2013 die Landschaften sind so menschenleer wie das einstige Niemandsland. Eine Stra\u00dfe f\u00fchrt an einem Feld vorbei, der Blick ist zentral auf einen Wegweiser ausgerichtet: Ieper nach links, Passendale, Langemark nach rechts. Alles Namen, die mit dem Leiden und Sterben Unz\u00e4hliger untrennbar verbunden sind. Jeder habe heute seine Probleme, aber \u201ealles ist l\u00e4cherlich im Vergleich zu dem, was die Leute [im Krieg] durchmachen mussten. Das zu vermitteln ist wichtig\u201c, so Boness. Auf einem der Fotos spielen Kinder unbefangen in einem erhaltenen Sch\u00fctzengraben; man kann nur hoffen, dass die Unvorstellbarkeit der einstigen K\u00e4mpfe f\u00fcr sie und uns Teil einer fern anmutenden Geschichte bleibt.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der preisgekr\u00f6nte Fotograf Stefan Boness setzte sich in seiner langj\u00e4hrigen Serie \u201eFlanders Fields\u201c mit den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Flandern auseinander. Der Titel verweist auf das insbesondere in der englischsprachigen Welt bekannte Gedicht &#8222;In Flanders Fields&#8220; des kanadischen Offiziers John McCrae, sowie auf die konzeptionelle Eingrenzung auf die einstigen Schlachtfelder Belgiens. 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