{"id":828,"date":"2010-12-11T18:42:20","date_gmt":"2010-12-11T17:42:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=828"},"modified":"2011-01-19T21:25:12","modified_gmt":"2011-01-19T20:25:12","slug":"%e2%80%9chistorienbild%e2%80%9d-im-kunstraum-t27-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=828","title":{"rendered":"\u201cHistorienbild\u201d im Kunstraum t27 (Berlin)"},"content":{"rendered":"<p>Wie bereits <a title=\"Historienbild (Wartist)\" href=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=777\" target=\"_self\">hier angek\u00fcndigt<\/a>, feiert der Berliner\u00a0<a title=\"Kunstraum t27, Berlin\" href=\"http:\/\/kunstraumt27.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Kunstraum t27<\/strong><\/a>\u00a0seinen dritten Geburtstag mit der Gruppenausstellung <strong><a title=\"Historienbild (t27)\" href=\"http:\/\/kunstraumt27.de\/ausstellungen10.html\" target=\"_blank\">&#8222;Historienbild&#8220;<\/a><\/strong> im Rahmen einer sechsteiligen Ausstellungsreihe zu den verschiedenen Genres (nicht nur) der Malerei. Die insgesamt 30 Werke von <a title=\"Chris Dreier\" href=\"http:\/\/chrisdreier.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Chris Dreier<\/strong><\/a><strong>, <a title=\"Andreas Seltzer @ Bewegungsbeobachter\" href=\"http:\/\/www.bewegungsbeobachter.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Andreas Seltzer<\/strong><\/a>, Henning Kappenberg, <a title=\"Barbara Duisberg\" href=\"http:\/\/www.duisberg-raeume.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Barbara Duisberg<\/strong><\/a>\u00a0<\/strong>und\u00a0<a title=\"Thilo Droste\" href=\"http:\/\/thilodroste.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Thilo Droste<\/strong><\/a> setzen sich alle nicht nur mit der Geschichte und der Erinnerung an Vergangenes auseinander, sondern nicht zuletzt und auf unterschiedliche Weise mit Krieg. Die \u00fcberaus sehenswerte Ausstellung ist vom 11. Dezember 2010 bis 9. Januar 2011 ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<!--more--><\/p>\n<p><a title=\"Chris Dreier\" href=\"http:\/\/chrisdreier.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Chris Dreier<\/strong><\/a>\u00a0und\u00a0<a title=\"Andreas Seltzer @ Bewegungsbeobachter\" href=\"http:\/\/www.bewegungsbeobachter.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Andreas Seltzer<\/strong><\/a>\u00a0zeigen Teile ihres umfangreicher werdenden Werks &#8222;Verdun&#8220; zum <a title=\"Schlacht von Verdun (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_von_Verdun\" target=\"_blank\">Schlachtfeld von Verdun<\/a>, nachdem die Galerie <a title=\"Laura Mars Grp.\" href=\"http:\/\/www.lauramars.de\/display\/verdun\/verdun-middle.htm\" target=\"_blank\"><strong>Laura Mars Grp.<\/strong><\/a><strong>\u00a0<\/strong>bereits einen anderen Teil <a title=\"Souvenir de Verdun\" href=\"http:\/\/gueulecassee.com\/verdun\/\" target=\"_blank\">dieses Werks<\/a> pr\u00e4sentierte (siehe <a title=\"Souvenir de Verdun (Wartist)\" href=\"https:\/\/www.wartist.org\/blog\/?p=829\" target=\"_self\"><em>Wartist-<\/em>Artikel hierzu<\/a>). Dreier fertigte ihre\u00a0Fotografien oft in Bodenn\u00e4he an: &#8222;man sp\u00fcrt fast die Feuchtigkeit&#8220;, so Dreier, und zudem ist dies auch die h\u00e4ufige Perspektive von Soldaten. Durch den hohen Sch\u00e4rfebereich der <a title=\"Lochkamera (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lochkamera\" target=\"_blank\">Lochkamera<\/a> ist der Eindruck stimmig: die Bilder \u00fcberzeugen durch ihre atmosph\u00e4rische Dichte. 6 Farb und 12 sw-Fotografien sind ausgestellt; sie kosten bei einer Auflage von 4+1 jeweils 250 \u20ac (23&#215;17 bzw. 24&#215;18 cm), 300 \u20ac (28&#215;20 bzw. 29&#215;23 cm) oder 400 \u20ac (29&#215;29 cm).<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt werden diese fotografischen Eindr\u00fccke durch die Zeichnungen von Seltzer: er verweist auf Verdun als touristisches Reiseziel: schon kurz nach dem <a title=\"Erster Weltkrieg (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Weltkrieg\" target=\"_blank\">Ersten Weltkrieg<\/a> erschienen Publikationen f\u00fcr die zahlreichen Besucher der Schlachtfelder, Forts\u00a0und Bunkeranlagen. Aus diesen touristischen Reisef\u00fchrern bezieht Seltzer seine Inspiration und erg\u00e4nzt sie durch detaillierte Zeichnungen.<\/p>\n<p><strong>Henning Kappenberg <\/strong>setzt sich in seinem Werk immer wieder mit Krieg auseinander, nicht zuletzt in einer gro\u00dfen Werksserie zu den Kriegen im ehemaligen <a title=\"Jugoslawien (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jugoslawien\" target=\"_blank\">Jugoslawien<\/a>. In &#8222;Historienbild&#8220; sind drei Arbeiten zur Zerst\u00f6rung der baskischen Stadt <a title=\"Gernika (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gernika\" target=\"_blank\">Guernica\/Gernika<\/a> durch die deutsche <em><a title=\"Legion Condor (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Legion_Condor\" target=\"_blank\">Legion Condor<\/a><\/em> w\u00e4hrend des <a title=\"Spanischer B\u00fcrgerkrieg (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanischer_B%C3%BCrgerkrieg\" target=\"_blank\">Spanischen B\u00fcrgerkriegs<\/a> zu sehen. F\u00fcr &#8222;Guernica&#8220; aus dem Jahr 2007 malte Kappenberg eine Karte der nordspanischen Region ab (Acryl auf Leinwand, 60&#215;120 cm, 2.400 \u20ac); die Farbe wurde mit einer Injektionsspritze aufgetragen, wodurch ein dreidimensionaler, stacheliger Effekt auftritt. Auf der Originalkarte war Guernica wegen der kleinen Gr\u00f6\u00dfe nicht vorhanden; der K\u00fcnstler f\u00fcgte den zum Symbol gewordenen Namen hinzu.<\/p>\n<p>Die beiden anderen Arbeiten, &#8222;Calle de la estaci\u00f3n, Guernica&#8220; (1991, 25&#215;36 cm) und &#8222;Plaza de la estaci\u00f3n, Guernica&#8220; (1993, 25&#215;40 cm, jeweils 250 \u20ac) zeigen Szenen aus dem St\u00e4dtchen vor der Zerst\u00f6rung auf Basis damaliger Fotografien. Die Gem\u00e4lde sind jedoch mit rotem <a title=\"Schelllack (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schelllack\" target=\"_blank\">Schelllack<\/a> \u00fcberzogen &#8211; die heile Vergangenheit r\u00fcckt in die Ferne, \u00fcberdeckt von der rissigen, halbtransparenten Farbschicht.<\/p>\n<p><a title=\"Barbara Duisberg\" href=\"http:\/\/www.duisberg-raeume.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Barbara Duisberg<\/strong><\/a>\u00a0zeigt mit &#8222;Grenzerfahrungen&#8220; aus dem Jahr 2008 ein eindrucksvolles Werk (Acryl auf Schlagmetall, MDF-Tr\u00e4ger, 430&#215;180 cm; 7.800 \u20ac): Basis war ein Pressefoto polnischer Milit\u00e4rpolizisten am Tag nach der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung des <a title=\"Kosovo (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kosovo\" target=\"_blank\">Kosovo<\/a>\u00a0am 17. Februar 2008. Auf Duisbergs Werk sind die Soldaten losgel\u00f6st von der Umgebung, ja von ihrer Funktion. Allein sind sie auf ihrem goldenen Hintergrund abgebildet, nur begleitet von ihren Schatten. Duisberg geht es in ihrem Werk immer wieder um Flucht, und nicht zuletzt hier um die &#8222;Ambivalenz zwischen Individuum und Funktion&#8220;. Reduziert auf die Protagonisten verschwimmt ihre Aufgabe; geradezu verloren wirken die Krieger auf der edlen Fl\u00e4che &#8211; ohne ihren Kontext wird die Rolle zum Symbol;\u00a0Funktion,\u00a0Ort\u00a0und Zeit werden \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ngg_shortcode_2_placeholder<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a title=\"Thilo Droste\" href=\"http:\/\/thilodroste.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Thilo Droste<\/strong><\/a>\u00a0zeigt mit seinem Bild &#8222;statt von Menzel&#8220; (2009, \u00d6l auf Leinwand, 205&#215;175 cm) eines von 14 Werken aus seiner Serie <a title=\"Verschollene Bilder (Thilo Droste)\" href=\"http:\/\/thilodroste.de\/verschollene.html\" target=\"_blank\">&#8222;Verschollene Bilder&#8220;<\/a>. Diese folgt einem interessanten Konzept: Droste w\u00e4hlt Bilder aus dem Buch <a title=\"Verlorene Werke der Malerei (Amazon)\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Verlorene-Deutschland-zerst%C3%B6rte-verschollene-Galerien\/dp\/B003DWEIQY\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1295465538&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\">&#8222;Verlorene Werke der Malerei &#8211; In Deutschland in der Zeit von 1939 bis 1945 zerst\u00f6rte und verschollene Gem\u00e4lde aus Museen und Galerien&#8220;<\/a> von Klaus P. Rogner und malt diese im Originalformat nach. Allerdings handelt es sich nicht um blo\u00dfe Kopien; vielmehr verwendet er seinen eigenen Malstil und zudem bildet er das Ursprungsgem\u00e4lde in Schwarzwei\u00df ab &#8211; ein weiterer Verweis auf den Charakter der Kopie. Denn das Original bleibt unersetzlich, der Verlust durch Kriegsfolgen ist nicht zu \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das hier ausgestellte Bild basiert auf einem Gem\u00e4lde von <a title=\"Adolph von Menzel (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolph_Menzel\" target=\"_blank\">Adolph von Menzel<\/a> und zeigt den <a title=\"K\u00f6nigreich Preu\u00dfen (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen\" target=\"_blank\">preu\u00dfischen<\/a> <a title=\"Friedrich II (Wikipedia)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)\" target=\"_blank\">K\u00f6nig Friedrich II<\/a> &#8211; dort sind die Kriegsgeschehnisse ausgeblendet &#8211; der Herrscher sitzt mit seiner Gesellschaft zu Tisch. Die anderen 13 Werke aus Drostes Serie werden in der Ausstellung durch aufgemalte Rahmen aufgezeigt &#8211; die L\u00fccken durch den Krieg werden auf eine weitere, abstrakte Ebene gehoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Insgesamt eine \u00fcberaus sehenswerte und abwechslungsreiche Ausstellung, die sich mit Krieg auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><a title=\"Historienbild (t27)\" href=\"http:\/\/kunstraumt27.de\/ausstellungen10.html\" target=\"_blank\">Historienbild<\/a><\/strong><br \/>\n11. Dezember 2010 bis 9. Januar 2011<br \/>\nGe\u00f6ffnet Mi-So von 1500-1900h<br \/>\nGeschlossen vom 24. Dezember 2010 bis 1. Januar 2011<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Vortrag:<\/span> \u201cHistorie(n) und ihre Bilder\u201d von Christian Mayrock, 16. Dezember 2010, 1930h<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Finissage:<\/span> 9. Januar 2011, 1930h mit K\u00fcnstlergespr\u00e4ch und Auslosung der <a title=\"Kunstlotterie (kunstraum t27)\" href=\"http:\/\/kunstraumt27.de\/kunstlotterie.html\" target=\"_blank\">Kunstlotterie<\/a><\/p>\n<p><strong><a title=\"Kunstraum t27, Berlin\" href=\"http:\/\/kunstraumt27.de\/vorschau.html\" target=\"_blank\">kunstraum t27<\/a><br \/>\n<\/strong>Thomasstra\u00dfe 27<br \/>\n12053 Berlin<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits hier angek\u00fcndigt, feiert der Berliner\u00a0Kunstraum t27\u00a0seinen dritten Geburtstag mit der Gruppenausstellung &#8222;Historienbild&#8220; im Rahmen einer sechsteiligen Ausstellungsreihe zu den verschiedenen Genres (nicht nur) der Malerei. 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