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„Mutter Heimat“ (Kiew) und weitere Werke Wutschetitschs

Mittwoch, 11. August 2010, 1650h Einen Kommentar schreiben Kommentare

In der heutigen FAZ beschreibt der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch („Geheimnis“) in seinem Artikel „Bitte beobachten Sie mein Land! – Was soll die Ukraine in Europa?“ den problematischen Umgang mit Demokratie in seiner Heimat. Er verweist dabei auch auf die wiederaufkommende Verehrung für Stalin (siehe auch das neue Stalin-Denkmal in Saporischschja).

In der gedruckten FAZ findet sich hierzu ein schönes Bild der Statue „Mutter Heimat“ in Kiew der Agentur Bilderberg (aus Copyright-Gründen kann hier zur Zeit leider nur ein Bild aus dem Wikipedia-Artikel gezeigt werden): Wie auch ihre „große Schwester“ in Wolgograd (dem früheren Stalingrad) erhebt die streitbare Mutter ihr 16 m langes Schwert zur Abwehr; in Kiew hält sie zudem ein Schild mit dem Emblem der Sowjetunion dem Angreifer entgegen. Die 62 m hohe Statue steht auf einem 40 m hohen Sockel. Das somit 102 m hohe Denkmal ist das sechsgrößte der Welt und überragt somit auch die Freiheitsstatue in New York.

Ursprünglich sollte das Denkmal zum 35. Jahrestag des Sieges, also am 9. Mai 1980 eingeweiht werden; die Arbeiten daran hatten 1972 begonnen. Die Einweihung konnte aber erst ein Jahr später durch Parteichef Leonid Breschnew erfolgen.

Wie auch die Statue „Mutter Heimat ruft“ auf dem Mamajev-Hügel in Wolgograd, die Skulptur „Schwerter zu Pflugscharen“ im Garten des UNO-Hauptgebäudes in New York (ein Geschenk der Sowjetunion 1959 an die UNO) und nicht zuletzt das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park Berlins wurde die „Mutter Heimat“ in Kiew von dem sowjetischen Bildhauer Jewgeni Wiktorowitsch Wutschetitsch geschaffen. Es sollte seine letzte heroisch-allegorische Monumentalstatue werden, deren Fertigstellung er nicht mehr erlebte: am 12. April 1974 verstarb der Künstler. Wutschetitsch war montenegrinischer Herkunft und wurde 1908 in Jekaterinoslaw, dem heutigen Dnipropetrowsk in der Ukraine geboren. Er war einer der führenden Vertreter des sozialistischen Realismus und seit 1967 „Held der sozialistischen Arbeit“. Nicht allein durch ihre Größe sind seine Werke überaus beeindruckend und überstehen die Zeit.

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