Fünf Jahrzehnte lang hat Don McCullin als Fotojournalist ökologische und vom Menschen verursachte Katastrophen wie städtische Unruhen, soziale Missstände, Kriege und Epidemien dokumentiert. C/O Berlin präsentiert erstmals in Berlin Arbeiten aus dem Gesamtwerk von Don McCullin. Die Retrospektive mit dem optimistischen Titel “The Impossible Peace” (Der unmögliche Frieden) blickt mit ca. 150 Schwarzweiß- und Farbfotografien auf ein beeindruckendes 50jähriges Lebenswerk.
Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. präsentiert ab 10.11.2009 in Berlin die sehenswerte Fotoausstellung “Relikte des Kalten Krieges” des niederländischen Dokumentarfotografen Martin Roemers.
Moeller Fine Art zeigt in der Berliner Dependence die vielfältige Ausstellung “Manifest Destiny” mit Photographien, Installationen, Skulpturen, Collagen und Zeichnungen von Mildred Howard (USA), Tom Molloy (Irland) und Simon Norfolk (Nigeria/UK). Der Titel bezieht sich auf die gleichnamige Doktrin des 19. Jahrhunderts, die u.a. dazu genutzt wurde, die territoriale Expansion der USA als Wille Gottes zu rechtfertigten.
Das Polit-Drama “Sturm” von Hans-Christian Schmid ist ein kleines, eher stilles Meisterwerk geworden: hier wird der Krieg nicht mit Blick auf seine unmittelbare Gewalt betrachtet, sondern seine Auswirkungen und langanhaltenden Verletzungen. Sturm zeigt zudem die Schwierigkeiten und auch Limitationen der internationalen Gerichtsbarkeit auf, indem er seine Handlung um eine Anklägerin  am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY)1 sowie ihre Kronzeugin zentriert. Die glaubhaften Charaktere und die dichte Atmosphäre zeigen zahlreiche, filmisch selten beleuchtete Probleme auf.
Kathryn Bigelows neuer Film Tödliches Kommando (The Hurt Locker) ist möglicherweise der überzeugendste Versuch, Krieg als Droge zu erklären, ohne ihn dabei zum Heldenepos verkommen zu lassen. So ganz nebenbei sorgen die exzellente Besetzung und die atmosphärisch dichte Inszenierung für den besten Film über den modernen Krieg aus der Sicht des Soldaten im Einsatz.
Sven Stillich schreibt auf Spiegel online einen kurzen Artikel zu einigen Trickfilmen, die in den USA während des Zweiten Weltkriegs entstanden. Stilistik und Motivation waren dabei höchst unterschiedlich: Der bekannteste Film dürfte wohl Disneys “Der Fuehrer’s Face” aus dem Jahr 1943 sein, in dem Donald Duck einen Alptraum in “Nutzi Land” durchlebt.
Nach seiner beeindruckenden Ausstellung “Panthersprung” bei Schultz Contemporary in Berlin stellt Alexander Seiler in der Spinnerei in Leipzig nicht nur zwei seiner so mächtigen wie eindrucksvollen Schiffsskulpturen aus, sondern 6 weitere Werke. Die Ausstellung “Triumph wieder Willen” (1.5.-13.6.2009) wird am 30.4. im Rahmen des “Frühjahrsrundgangs” durch die zahlreichen dortigen Galerien eröffnet.
Zum Gedenken an den 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und den Beginn des Zweiten Weltkrieges wird erstmalig die Ausstellung “Im Objektiv des Feindes” im Willy-Brandt-Haus in Berlin gezeigt. Hierbei handelt es sich um Aufnahmen, die deutsche Kriegsberichterstatter in den Jahren 1939-1945 in Warschau anfertigten. Ergänzt werden diese Fotos mit Tagebüchern, Erinnerungen und anderen Dokumenten.
2000 Jahre nach der Varus-Schlacht1 wird dieses Ereignis in Osnabrück – nahe dem vermuteten Schlachtfeld – zum Anlass für ein hochinteressantes Ausstellungsprojekt genommen: “Bilderschlachten” behandelt die “Nachrichten aus dem Krieg” in ihren zahlreichen Facetten und unter Bezug auf die Bereiche Technik, Medien und Kunst.
Im Jahre 9 AD schlug eine von Arminius geführte Allianz germanischer Stämme drei römische Legionen unter Publius Quinctilius Varus vernichtend. ↩
Christo verhüllte einen der aus dem Zweiten Weltkrieg verbliebenen Flaktürme in der Hauptstadt Österreichs – zumindest auf einer Briefmarke, die am 15.4.2009 zu einem Nominalwert von 0,55€ in einer Auflage von 300.000 Stück veröffentlicht wurde.
Das 1977 gegründete New Museumin New York eröffnet am 8. April 2009 seine erste Triennale “The Generational: Younger Than Jesus” mit Werken 50 junger Künstler aus 25 Ländern; sie vereint, dass sie jünger als 33 Jahre sind. An die 145 Werke werden in der Ausstellung gezeigt, die recht abwechslungsreich ist, bezogen auf Herkunft und Themen der Künstler, aber auch ihre Darstellungsform, die von der Bildenden Kunst über Fotografie, Film, Animation, Performance, Installation und Videospielen reicht. Es bleibt spannend, ob der im Titel implizierte hohe Anspruch seine Entsprechung in der Realität findet.
Am 29.4.2009 findet ab 1830h in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema “Soldatengedenken in der Bundesrepublik Deutschland” statt. Die Kooperationsveranstaltung von vier Verbänden ist mit je zwei Wissenschaftlern und Journalisten gut besetzt. Sie wird historische wie aktuelle Aspekte des Soldatengedenkens in einer demokratischen Gesellschaft aufgreifen und dürfte damit einen Besuch lohnen.
Wie die Nachrichtagentur Xinhua am 2.4.2009 berichtete, hat China zum diesjährigen Totengedenkfest eine virtuelle Gedenkstätte zur Erinnerung an seine Revolutionshelden eingerichtet.
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden zeigt vom 4.4. bis 9.8.2009 die überaus umfassende Ausstellung “Krieg und Medizin”. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation mit der Wellcome Collection in London, wo die Ausstellung bereits als “War and Medicine”vom 22.11.2008 bis 15.02.2009 zu sehen war. Die vielfältige Ausstellung beinhaltet auf 800 m² 450 Exponate: Fotos, Operationsbesteck, Prothesen, Dokumente, aber auch Videoinstallationen, Gemälde und andere Kunstwerke. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert.
Die NATO hat ihren Jubiläumsgipfel in Straßburg, Kehl und Baden-Baden. Wenn schon die dritte Stadt im Bunde im offiziellen Programm nicht erwähnt wird (“Strasbourg-Kehl Summit“), so entwarf der dortige Konditor Klaus Vollmer eine “NATO-grüßt-Obama-Torte“.
Zum 1. April ist es ja ein alter Brauch, die werten Leser in eben jenen Monat zu schicken. Da sich die Witzischkeit bei der Thematik gern in Grenzen hält, beschränke ich mich auf ein Bild, das ich letztens im Internet entdeckte.
Vor 10 Jahren, am 24.3.1999, begann die Operation Allied Force, die gemeinhin als Kosovokrieg bekannt ist. Die satirische Neuvertonung eines Beach Boys-Hits aus dem USA wird 2002 von einigen norwegischen Peacekeepern zur Erstellung eines Musikvideos benutzt – und sorgt Jahre später für diplomatischen Aufruhr. Das Ergebnis ist immer noch amüsant – nicht zuletzt durch den zeitlosen und übertragbaren Text.
Die art Karlsruhe findet dieses Jahr zwischen dem 5. und 8. März statt. Diese noch recht neue internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst hat sich auf dem Kunstmarkt gut etabliert. Neben dem zahlreichen ausstellenden Galerien und Künstlern ist nicht zuletzt erwähnenswert, dass aus der hier bereits erwähnten Ausstellung “So weit kein Auge reicht” eines der Panoramafotos von Fritz Tiedemann (“Leipziger Straße, 1952″) zu sehen ist. Mehr…
Am 5.3.2009 um 2000h führt die Volksbühne Berlin den Film Nuit de Chien(Diese Nacht) in Anwesenheit seines Regisseurs Werner Schroeter auf. Der theatralisch-opulente Film handelt u.a. von Ossorio, dem Helden einer gescheiterten Widerstandsbewegung, der in einer fiktiven südamerikanischen Stadt nach seiner vergangenen Liebe Clara sucht, um mit ihr zu fliehen, während die Stadt immer mehr im Chaos versinkt und die Geheimpolizei und brutale Milizen um die Macht ringen. Mehr…